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Kommende Brigade

Venezuela - Sommer 2013

Hintergrund

Im Sommer diesen Jahres wollen wir eine Projektbrigade nach Venezuela organisieren. Über die letzten Jahre hinweg haben wir bereits sieben Brigaden in Venezuela durchgeführt. Mit diversen Zielsetzungen arbeiteten wir in verschiedenen Landesteilen mit unterschiedlichen Gemeinden, Gruppen und Organisationen zusammen. Unser Schwerpunkt in Venezuela lag bisher auf den von uns sogenannten TeilnehmerInnenbrigaden (Vgl. Wie Teilnehmen?).

In Venezuela und Bolivien war es uns bisher vor allem daran gelegen InteressentInnen, vorrangig aus Europa, einen Einblick in die lateinamerikanische Lebenswelt und in die politischen Entwicklungen der beiden Länder zu geben. Durch die mehrmonatigen Arbeitsaufenthalte wurden auf solidarische Art und Weise Beziehungen zu den Menschen, den Protagonisten der politischen Kämpfe und sozialen Bewegungen, aufgebaut. Im Rahmen zweimonatiger Arbeitseinsätze gaben wir größtenteils Kurse, die das politische sowie kulturelle Angebot lokaler Gemeinderäte (Consejos Comunales) und Misiones (Armutsbekämpfungsprogramme) ergänzten und unterstützten. Die Aufenthalte in Venezuela und Bolivien sollten und sollen weiterhin dazu führen, dass die TeilnehmerInnen durch ihre intensiven Erfahrungen dazu animiert werden sich dauerhaft für die politisch progressiven Prozesse des lateinamerikanischen Kontinents zu engagieren.

Mittlerweile verfügen wir über ein breites Netzwerk, das aus verschiedenen sozialen, kulturellen und politischen Akteuren vor allem in Venezuela und Bolivien aber auch aus anderen lateinamerikanischen Ländern besteht. In der Vergangenheit haben wir in Venezuela vor allem punktuelle und zeitlich begrenzte Projekte organisiert. In Zukunft wollen wir uns vorrangig auf die Nachhaltigkeit unserer Arbeit konzentrieren. Dafür benötigen wir Kooperationspartner, mit denen wir gemeinsam dauerhafte Formen der Zusammenarbeit entwickeln.

Die Idee der Brigade

Das Ziel der Projektbrigade für kommenden Sommer ist das Finden eines Kooperationspartners mit dem wir eine mehrjährige Zusammenarbeit aufbauen können.

Dafür werden wir in verschiedene Landesteile Venezuelas fahren in denen wir bereits über Kontakte verfügen. Wir sind vor allem an kommunalen Selbstverwaltungsstrukturen interessiert. Eine funktionierende Selbstverwaltung ist unserer Ansicht nach der Motor für nachhaltige Veränderung. Die wichtigsten Formen von Selbstverwaltung in Venezuela sind in den Consejos Comunales (Gemeinderäten), in Kooperativen, politischen Kollektiven und zum Teil in staatlichen Betrieben anzutreffen.

Die Consejos Comunales auf der einen Seite dienen der lokalen politisch-administrativen Organisation einer Gemeinde (Vertiefung: "Ley Orgánica de los Consejos Comunales"). Kooperativen in Venezuela sind offene Vereinigungen, die sich durch einen gemeinschaftlichen Besitz ihrer Produktionsmittel und ihre demokratischen Entscheidungsmechanismen auszeichnen (Vertiefung: "Ley Especial de Asociaciones Cooperativas").

Wir haben bereits vielfältige Erfahrungen mit venezolanischen Akteuren, bei denen oben genannte Selbstverwaltungsstrukturen angewandt werden, gemacht. Die Art der Zusammenarbeit hängt in erster Linie von den Bedürfnissen und Notwendigkeiten unseres venezolanischen Partners ab. Eine Gruppe, Organisation oder Gemeinde artikuliert uns gegenüber ihren Wunsch auf Zusammenarbeit und wie diese im Konkreten aussehen könnte. Im Anschluss arbeiten wir gemeinsam einen Kooperationsvorschlag aus.

Wir sind daran interessiert mit unseren Brigadereisen über mehrere Jahre hinweg in der selben Gemeinde tätig zu werden, um auf diese Art und Weise eine Kontinuität unseres Engagements zu ermöglichen. Die Kurse, die im Rahmen einer TeilnehmerInnenbrigade angeboten werden, sollen ergänzend zu bereits bestehenden Aktivitäten einer Gemeinde stattfinden (z.B. Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen wie Misiones, Schulen und Universitäten).

Gleichzeitig sind wir auf der Suche nach der Möglichkeit eines dauerhaften Engagements mit venezolanischen Kooperativen. Aus einer solchen Zusammenarbeit können sich beispielsweise konkrete technische Projekte entwickeln, die wir entweder finanziell oder durch Fachwissen unterstützten können.

Konkreter Ablauf und mögliche Kooperationspartner

Die oben beschriebene Projektbrigade wird sich vor allem aus bereits aktiven Mitgliedern des Interbrigadas e.V. zusammensetzen. Die TeilnehmerInnenzahl der Brigade wird auf maximal 8 Personen begrenzt bleiben. Dennoch wollen wir 1 - 3 uns noch nicht bekannten engagierten InteressetInnen anbieten an der Brigade teilzunehmen, um uns bei unserer Suche zu unterstützen. Die Ansprüche, die wir an einen potentielle/n MitstreiterIn stellen sind jedoch im Vergleich mit einer TeilnehmerInnenbrigade höher (Anforderungen siehe Wie Teilnehmen?). Der Zeitraum der Brigade beträgt 6 Wochen, beginnt Mitte August und geht bis Ende September. Genauere Daten werden im Verlauf der weiteren Planung festgelegt.

Im Rahmen unseres sechswöchigen Aufenthalts werden wir uns über kurze Zeiträume in verschiedenen Landesteilen aufhalten. Wir werden Gemeinden, Kooperativen und andere Projekte besuchen. Die Planung der einzelnen Aufenthaltsorte und die konkrete Brigadevorbereitung wird auf regelmäßigen Planungstreffen in Berlin ab April 2013 ausgearbeitet.