Caracas. In der ersten Phase des Wahlkampfes für die Parlamentswahlen in Venezuela am 26. September waren 75,4 Prozent der Fernseh-Wahlwerbung Spots des Oppositionsbündnisses "Tisch der demokratischen Einheit" (MUD). Die restlichen 24,6 Prozent entfielen auf die Unterstützer von Venezuelas Präsident Hugo Chávez. Das geht aus einer Untersuchung […]
Am 16. August haben wir in dem Gemeindesaal des “Movimiento de los Sin Techos”, der Bewegung der Obdachlosen den Beginn der ersten Kursphase gefeiert. Nach einer Woche intensiver Werbung in den Gemeinden, Radio, Fernsehn und Zeitung haben wir alle Interessierten und Bekannten eingeladen, um sich ueber unser Projekt und unser Kursangebot zu informieren.
Die Kurse werden ueber einen Monat bis zum 16. September andauern. Im Angebot sind Theater, politische Theorie, Gitarre, Englisch fuer Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Kindergeschichten, Naturwissenschaften, Graffiti, Wandmalerei und Basteln. Die Kurse beginnen von Montag bis Freitag um 9 Uhr und enden nach einem taeglichen Filmabend um 21 Uhr.
Zur Kurseinweihung stellten sich alle Kurse vor und luden die Gemeinde und alle Freiwilligen zu den Kursen ein. Begleitet wurde die Veranstaltung von einem gemeinsamen Essen, Live-Musik des Gitarrenkurses und einer Capueira-Auffuehrung.
In der gleichen Woche wurde ausserdem mit der Gestaltung der Aussenfassade begonnen, die dazu beitragen soll die Aufmerksamkeit aller Passanten auf die Kurse zu lenken.
Am 23. September trennte sich die Brigade in zwei Gruppen. Die eine Gruppe gibt weiterhin Kurse in Caracas und die andere Gruppe bereitet in Cumana im Osten des Landes ihre Kursarbeit vor.
Am 10. August sind die vorlaeufig letzten Brigadistinnen in Caracas angekommen. Unsere aktuelle Brigade zaehlt damit im Moment ueber 30 Personen, die alle an dem Hausprojekt in der Avendia Urdaneta im Zentrum Caracas arbeiten. Nach dem wir bei der Renovierung der Wohnung mit Hilfe der Bewegung der “Los Sin Techos” Wasser, Strom, Kueche, Bad und Moebel installiert haben, widmen wir uns jetzt verstaerkt dem Gemeinschaftsraum. Dort haben wir ein Geruest aufgebaut um die Decke zu streichen und die Kuenstler des argentinischen Wandmalereikollektivs, die wir aus Buenos Aires eingeladen haben, begannen mit ihrem ersten Wandbild im Salon.
Unser Ziel ist es aus dem grossen Gemeinschaftsraum, der voher kaum genutzt wurde ein kulturel-politisches Zentrum der Innenstadt zu machen.
Ab dem 16. August werden wir 12 verschiedene Kurse in den renovierten Raeumlichkeiten geben.
Mit dem Brigadebeginn haben wir ebenfalls mit der politischen Einfuehurngstour in Caracas begonnen, die zum Ziel hat die revolutionaeren Prozesse und Einrichtungen Venezuelas mit den BrigadistInnen zu diskutieren.
Wir waren am vergangenen Samstag bei zwei Veranstaltungen present, zum einen bei der Einweihung einer sozialistischen Kaufhalle “Abasto Socialista”, der von der selben Hausbesetzerbewegung geleitet wird. Die Lebensmittel werden direkt von laendlichen Gemeinden in die Supermaerkte geliefert. Das besondere an dieser Initiative ist, dass der Lebensmittelverkauf nicht von staatlichen Institutionen geleitet wird sondern von der organisierten Bevoelkerung. Die Regierung stellt bereits subventionierte Lebensmittel sehr guenstig im Rahmen der Mision Mercal bereit, doch oft kommt es zum teueren Weiterverkauf der Lebensmittel, die fuer den Eigenkonsum bestimmt sind.
Zum anderen waren wir im Barrio 23 de Enero und haben zusammen mit verschiedenen politischen Kollektiven ein Wandbild fuer einen gestorbenen Compañero gemalt.
Vor knapp zwei Monaten haben wir uns mit verschiedenen anderen internationalisitschen Gruppen und Compañeros zusammengefunden, um ein internationales Hausprojekt in Caracas zu planen. Unser Ausgangspunkt war hierbei ein fehlender Anlaufpunkt fuer internationale Aktivisten, die die basisdemokratischen Prozesse in Venezuela unterstuetzen.
Nach einigem Suchen sind wir schiesslich auf die Hausbesetzerbewegung “Movimiento de los Sin Techos” – “ Bewegung der Obdachlosen” gestossen”, die allein im Zentrum von Caracas ueber 40 Gebaeude besetzt haben. Die Koordinatoren der poltischen Bewegung booten uns nach einer Rundfuehrung und nach einem gegenseitigen Kennenlernen eine Wohnung im Stadtzentrum an. Das Gebaeude namens “19 de Abril”, in dem sich die Wohnung befindet, dient den Gemeinden der Hausbesetzerbewegung auch als Versammlungsplatz. Bei wichtigen Entscheidungen des Gemeinderats “consejo comunal” versammeln sich alle Gemeindemitglieder in der grossen Halle der ehemaligen Bank.
Mit der Hilfe der ersten BrigadistInnen der internationalen Brigade “Micka Etchebehere” renovierten wir die Raeumlichkeiten der Wohnung fuer die 30 Personen zaehlende Brigade. Die Wohnung soll zukueftig fuer die Koordinierung internationalistischer Solidaritaetsarbeit genutzt werden.
Ausserdem wurden fuer ueber fuenf Tage lang vom Buergermeisteramt nach Cumana eingeladen, um einen Graffitikurs zu geben.
Hier die resten Fotos der Renovierung und aus Cumana:
Mit diesem Post schließen wir etwas verspätet unser Bolivienprojekt der Brigade Ezequiel Zamora ab. Nach drei Monaten Projektarbeit haben wir unser vorläufiges Ziel erreicht. Das audiovisuelle Produktionskollektiv Alto TV wurde von den KursteilnehmerInnen gegründet und die ersten Videos, die in der Kursphase entstanden sind, sind jetzt zweisprachig im Internet zugänglich.
Mit großem Andrang wurden die Kurzfilme in der U.P.E.A. (öffentliche autonome Universität von El Alto) vorgestellt. Die Kurzfilme können auf den neuen Blogs von Alto TV angeschaut werden.
Außerdem haben wir noch einige Fotos aus Cochabamba hochgeladen.
Wir hoffen natürlich, dass unsere Companer@s aus El Alto dem Produktionskollektiv Alto TV Kontinuität geben werden. Neuigkeiten und neue Videos werden auch auf den Blogs veröffentlicht.
Um unsererseits das Projekt fortzusetzen und auszubauen werden wir in kommendem Frühjahr 2011 erneut eine Brigade nach Bolivien organisieren.
Wir möchten auch darauf aufmerksam machen, dass im kommenden August die Arbeit der nächsten Venezuelabrigade beginnen wird. Wir rechnen mit einer Teilnahme von über 30 Brigadisten aus Argentinien, Bolivien, Deutschland, Kolumbien und Venezuela.
Bei Teilnahmeinteresse an interbrigadas@hotmail.de schreiben…
Wir sind mittlerweile in die Schlussphase unserer Projektarbeit in der autonomen Universität von El Alto gekommen. Ein Teil unserer Gruppe ist nach Cochabamba gefahren, um dort mit verschiedenen Einrichtungen Wandbilder zu malen. Die Teilnehmer_Innen des audiovisuellen Kurses haben bereits ihre ersten Arbeiten fertiggestellt. Ende der kommenden Woche werden die Videos vorgestellt.
Zum Abschied der Brigadist_Innen, die nach Cochabamba gefahren sind, wurden uns außerdemZertifikate für unsere bisher geleistete Arbeit überreicht und wir unterzeichneten die Übergabe der an die Universität gespendeten technischen Geräte.
Die Themen, die in den Videos angesprochen werden sind vielfältig: Sie behandeln drogenabhängige Straßenkinder in El Alto, Alkoholismus beim Karneval, Umweltverschmutzung und Kriminalität. Die Produktionen haben eine Länge von 2 bis 10 Minuten und umfassen kleine Dokumentarfilme sowie fiktive Geschichten mit Laienschauspieler_Innen.
Die Kursteilnehmer_Innen haben sich in ihren regelmäßigen Treffen zusammengeschlossen und das audiovisuelle Produktionskollektiv „El Alto TV“ gegründet. Die Idee dieses Kollektivs besteht darin, dass nach unserem Aufenthalt weiter audiovisuelle Medien produziert werden. Ein Ziel der Mitglieder dieses Kollektivs ist es, in Zukunft die Bedingungen für die Gründung eines Gemeindefernsehsenders zu schaffen.
Weitere Aktivitäten auf denen wir zugegen waren, waren die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag El Altos und ein von uns organisiertes Gesundheitsevent, bei dem Ärzte aus Kuba und Venezuela im Innenhof der UPEA einen Tag lang kostenlose Gesundheitsversorgung anboten und Medikamente verteilten.
Hier also vor allem einige Eindrücke von unseren abwechslungsreichen Drehtagen:
Seit dem letzten Post ist viel passiert. Wir haben mittlerweile vier Kurswochen hinter uns. Dank der Muralistas des argentinischen Wandbildkollektivs „Paredon y Despues“ hat sich die Universität stark verändert. Im Innenhof der Basisuniversität entstanden eine Reihe von Murals, die die kämpferische Geschichte der U.P.E.A wiederspiegeln:
Die U.P.E.A sollte anfangs eine technische Fakultät der staatlichen Universität UMSA werden. Studenten und Basisbewegungen stellten sich jedoch diesen Plänen entgegen. Die größtenteils den Aymara zugehörigen BewohnerInnen El Altos forderten eine autonome, eigenständige Universität in der u.A. auch Geisteswissenschaften gelehrt werden. Bevor die ersten Gebäude der U.P.E.A fertiggestellt wurden, wurde das Universitätsgelände besetzt. Daraufhin kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt. Der Kampf um die Autonomie der Studenten dauerte 3 Jahre an und muendete schliesslich in der Gruendung der oeffentlichen Universitaet El Alto.
Andere Kurse wie der politische Austauschkurs und der Informatikkurs dauern ebenfalls an. Die Teilnehmer des Informatikkurses stellten u.A. eine Webseite in Aymara online und die Teilnehmer des audiovisuellen Kurses werden ihre ersten Videoproduktionen auf ihrer neuen Website veröffentlichen.
Die Arbeit des audiovisuellen Kurses ist momentan in der Schlussphase, die meisten Gruppen haben ihre Projekte in ihren Drehbüchern ausgearbeitet und sind in der Produktionsphase. Zwei Wochen wird die Arbeit des audiovisuellen Kurses noch andauern bevor die fertigen Videos präsentiert werden.
In der zweiten Februarwoche besuchten wir den größten Karneval Boliviens in Oruro und die Minen vom Silberberg Potosi.
Ein Teil der Brigade wird nach Cochabamba fahren, um dort mit dem Kulturzentrum Red Tinku Wandbilder zu malen.
Am Montag der vergangenen Woche sind wir nach unserer Vorbereitungszeit in La Paz in der Universität von El Alto angekommen und haben gleich am ersten Tag mit dem Kursprogramm angefangen.
Wir wurden mit einem gemeinschaftlichen Begrüßungsessen (Ajthapi) empfangen, bei dem unsere bolivianischen Companer@s traditionelles Essen mitbrachten, dieses auf einen Tisch legten, um den wir uns dann im Laufschritt bewegten und gemeinsam aßen.
Am ersten Tag wurde das audiovisuelle Studio mit den Kameras und Computerneingerichtet und die KursleiterInnen stellten sich den Teilnehmern vor.In der Uni hängten wir Kursinfos für die Mural, Politik und Informatikkurse auf.
Die Universität von El Alto ist eine Basisuniversität, die vor 10 Jahren auf Initiative von Studenten und verschiedenen sozialen Bewegungen gegründet wurde. Dabei stießen die Studentinnen bei ihrem Drängen auf Autonomie und unabhängige Selbstverwaltung auf großen Widerstand und staatliche Repression. Dieser Kampf um die Universität begleitete uns während unseres Aufenthaltes, und war Anlass zu vielen Diskussionen. In El Alto leben mehrheitlich Aymara, die in der Vergangenheit von politischen Entscheidungen ausgeschlossen waren, deswegen ist die erste Universität der Millionenstadt besonders wichtig.
Am Wochenende nutzen wir die Zeit und besuchten historisch kulturelle Sehenswürdigkeiten und begleiteten eine kubanische Ärtztebrigade in verschiedene Dörfer im bolivianischen Hochland.
Die internationale Brigade Ezequiel Zamora hat ihre Arbeit in Boliven begonnen!
Zwischen dem 15. und 21. Januar kamen die Brigadisten nach La Paz, um an der zweiten Internationalen Brigade nach Bolivien teilzuenehmen. An der Brigade beteiligen sich Muralistas, Musiker, Kameramänner und Aktivisten die politischen Unterricht geben werden, aus Venezuela, Argentinien und Deutschland. Gleich zur Anfang wurden wir Zeugen grosser politischer Umbrüche:
In Bolivien ist der Plurinationale Staat ausgerufen worden!
Am sechsten Dezember 2009 wurde Evo Morales mit absoluter Mehrheit zum Präsidenten Boliviens wiedergewählt. Durch die gewohnene Wahl zur Verfassungsänderung im Januar 2009, war Morales bis zu diesem Datum als Übergangspräsident im Amt. Im Januar 2010 hat nun offiziel seine zweite Amtszeit begonnen. Wir waren mit unserer Brigade Ezequiel Zamora anwesend, als er in der dreitausend Jahre alten Kulturstätte Tiwanaku zum indigenen Anführer geweiht wurde. Zur traditionellen Zeremonie, die schon zum ersten Amtsantritt von Morales 2005 abgehalten wurde, reisten tausende Indigene aus Bolivien und Lateinamerika an. Am darauf folgenden Tag fand in La Paz die Feier des neuen Plurinationalen Staates statt, bei dem internationale Gäste, wie Rafael Correa, Hugo Chavez und Rigoberta Menchú teilnahmen.
Neben diesen überaus beeindruckenden Ereignissen, erlebten wir zu dem, das 60 jährige Bestehen der Komunistischen Partei Boliviens und trafen uns mit den ersten Organisationen der geplanten politischen Tour.
Bis zum nächsten Post, Jallalla Bolivia, Jallalla Proceso de Cambio,
Zum 23. Januar diesen Jahres wurde landesweit zu einer Großdemonstration in Caracas mobilisiert.
Traditionell finden im ganzen Land Feierlichkeiten in Gedenken an den Sturz der Diktatur Marcos Pérez Jiménez im Jahr 1958 statt. Die bolivarianische Regierung Venezuelas wollte zum Jahresbeginn vor allem beweisen, dass der Transformationsprozess des Landes trotz wachsender Herausforderungen immernoch durch die Mehrheit der Bevölkerung getragen wird.
Die Teilnehmer_Innen der Großdemo sind überzeugt von ihren sozialen Errungenschaften, vor allem von den Misiónes (Armutsbekämpfungsprogramme) und der Politik ihres Präsidenten. An der Demonstration nahmen einige hunderttaussend Menschen teil.
Hier einige Fotos und Eindrücke von der Demonstration, in den Untertiteln der Bildern wird außerdem ein kleiner Einblick in die aktuelle Situation Venezuelas gegeben…
Nach längerer Abwesenheit wollen wir zwei Sachen ankündigen bzw. vorstellen.
Am 10. Januar 2010 beginnt der Aufenthalt der internationale Brigade Ezequiel Zamora in Bolivien. Während unseres zweimonatigen Aufenthalts in Boliven sind vielfältige Aktivitäten geplant. Wir werden hauptsächlich Politik und den Umgang mit auidovisuellen Medien, sprich Kamera, Schnitt und Produktion unterrichten. Der Großteil der Brigade wird aus VenezuelanerInnen bestehen, die beispielsweise in Avila Tv arbeiten und dementsprechend viele Kenntnisse im audiovisuelen Bereich besitzen. In der Universität von El Alto wollen wir ein audiovisuelles Studio aufbauen, in dem wir unsere Kurse geben werden und das wir mit Equipment ausstatten wollen. Die Gundidee besteht darin einen Ort zu schaffen, in dem die bolivianischen KursteilnehmerInnen dauerhaft Dokumentarfilme und Reportagen produzieren können. Außerdem wird eine Musikgruppe aus Venezuela Namens ” De Melao Son” mit nach Boliven fahren, um Konzerte und Musikunterricht zu geben.
Es wird vor allem interessant werden Erfahrungen zwischen den verschiedenen Umgestaltungsprozessen auszutauschen, die sich zur Zeit in Boliven und Venezuela abspielen. Unser Ziel wird es deswegen auch sein, von unseren bolivianischen Companer@s zu lernen. Dafür haben wir ein umfangreiches Programm vor allem für den ersten Aufenthaltsmonat vorbereitet. Wir werden uns mit verschiedenen sozialen Bewegungungen und politischen Gruppen treffen, historisch kulturelle wichtige Orte Boliviens besuchen und indigenen Sprachunterricht (Quechua) erhalten, um uns mit dem bolianischen Prozess vertraut zu machen.
Das genaue Programm und der Teilnahmeaufruf sind bald online. Bei Teilnahmeinteresse schickt uns eine Mail mit einem Lebenslauf und einer kurzen Motivationsbeschreibung an interbrigadas@hotmail.de.
Die Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker.
Außerdem wollen wir darauf hinweisen, dass die neue Aufstand der Farben Videodokumentation online ist. Spannende 18 min Projektarbeit mit unseren eingeladenen Künstlern aus Kolumbien und Venezuela.